Newsletter Juli 2015


Author: Stefan Fey posted in Newsletter on 2015-06-28 05:48:34

Tags: Schiefergas  Propan  Methan  Grundwasser  Fracking  Ethan  Chemikalien  Aquapower Expedition

1. Fracking verunreinigt Trinkwasser

Wie Wissenschaftler der Duke University in Durham im US-Bundesstaat North Carolina bei Analysen von Wasserproben aus 141 Brunnen feststellten, ist Trinkwasser in der Nähe von Fracking-Anlagen zur Gasförderung aus gesteinsgebundenem Erdgas (Schiefergas) überdurchschnittlich häufig mit Methan, Ethan und Propan verunreinigt.

Fracking ist ein Verfahren zur Erdgasgewinnung, bei dem in sehr tiefe Gesteinsschichten gebohrt wird und ein Gemisch aus Wasser sowie verschiedenen gefährlichen Chemikalien unter hohem Druck in das Erdreich gepresst wird. Dabei entstehen Risse und kapillare Kanäle im Gestein. Die freiwerdenden Gase treten nach dem Abpumpen der Frackingflüssigkeit aus und werden gewonnen. Die möglichen Schäden für die Umwelt und insbesondere für darüberliegende Wasserschichten sind erheblich. Einerseits können Chemikalien ins Grundwasser gelangen, andererseits wird auch häufig beobachtet, dass Schiefergas in das Leitungswasser übergeht. Bilder und Videos, wonach das Leitungswasser mit einem Feuerzeug entzündet werden kann, sprechen für sich und lassen sich im Internet zu Hauf finden.

Die Forscher um Robert Jackson analysierten Wasserproben aus 141 Brunnen und fanden dabei in 115 Proben Metan. 40 weitere Proben waren mit Ethan und 10 mit Propan verunreinigt. Das Team hatte Proben von privaten Brunnen aus dem Norden Pennsylvanias untersucht, einer Region mit sehr großen Vorkommen an Schiefergas. Bereits in vorangegangenen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass durch Fracking eine Kontamination des Grundwassers mit Methan erfolgt. Die neuerliche Studie beweist nun, dass auch Ethan und Propan das Grundwasser verunreinigen. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass die Anreicherung des Wassers durch das Fracking hervorgerufen wird.

In Deutschland gibt es ebenfalls Ambitionen, das Fracking-Verfahren zur Erdgasgewinnung gewinnbringend einzusetzen. Bislang wurden diese Bestrebungen der handelnden Firmen weitestgehend verhindert. Einige Probebohrungen zeigen jedoch, dass der Einsatz dieses Verfahrens wirtschaftlich sehr interessant ist. Daher ist die Lobby der Mineralöl-konzerne natürlich bestrebt, Ihre Ziele umzusetzen. Geplant sind Förderungen in Gebieten, die reichlich Schiefergas-Vorkommen enthalten. Insbesondere in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern werden große Vorkommen vermutet.

Die Risiken für Grundwasser und Trinkwasser werden dabei in Kauf genommen, obwohl sie nicht beherrschbar sind. Es gibt keine Sicherheit für dieses Verfahren, das wissen auch die handelnden Firmen und Politiker. Doch die Profitaussichten wiegen für sie einfach stärker als die Bewahrung unserer Lebensgrundlage.

Bleibt abzuwarten, wie die Politik mit diesem Thema umgeht und ob die zahlreichen Bürgerproteste Gehör finden.

Dazu fällt mir nur noch folgendes Zitat ein:

Wir haben die Erde nicht von unseren Vorfahren geerbt, wir haben sie von unseren Kindern geliehen.
(Sitting Bull, Lakota-Indianer)

 

2. Link-Tipp: The Aquapower Expedition

the aquapower expedition Logo

Ich hatte vor 2 Monaten im Newsletter schon auf diese Aktion hingewiesen.

Der saarländische Windsurf-Profi Florian Jung hat eine Expedition initiiert, deren Ziel es ist, eine breitere Bevölkerungsschicht auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam zu machen.

Mehr als 5 Billionen Plastikteile schwimmen in den Ozeanen.

Zu diesem Zweck bricht er mit seiner Crew per Katamaran zu einer langen Reise auf, bei der auch der Atlantik von Gouadeloupe über die Azoren nach Frankreich überquert wird. Es wird eine TV-Doku geben und Updates werden während der Reise per Internet verfügbar gemacht.

Nach 72 Tagen wurde am 7.6. 15 das Ziel der Reise in Marseille erreicht.

http://aquapower-expedition.com/
http://www.dailydose.de/story/aquapowerexpedition/index.htm </span>